7 Kommentare
Avatar von User
Avatar von Flo - Lichtbaumer Kapital

Servus,danke für diesen tiefen Einblick in den Infrastruktur-Pivot!

Die Unterscheidung zwischen dem reinen Vermieter-Modell und dem Aufbau einer eigenen Cloud ist genau der springende Punkt, an dem sich die Geister in den Bilanzen scheiden werden.

Stromzugänge, Umspannwerke und Hallen sind extrem langlebige Wirtschaftsgüter. Das Vermieter-Modell lagert das Technologierisiko elegant an den Mieter aus. Dafür holt man sich natürlich ein massives Klumpenrisiko ins Haus, da man komplett an der Zahlungsfähigkeit weniger Großmieter hängt.

Richtig spannend wird es beim Cloud-Modell (wie bei IREN), wenn eigene Hardware im großen Stil gekauft wird. High-End-Chips veralten im aktuellen Innovationstempo oft schon nach drei bis vier Jahren. Der enorme Abschreibungsdruck und der permanente Zwang, direkt die nächste Chip-Generation nachkaufen zu müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, könnte sich hier schnell als brutale Kapitalfalle erweisen. Am Ende nützt der schönste Umsatz nichts, wenn der freie Cashflow komplett für die Reinvestition der Hardware draufgeht.

Ein faszinierendes Chancen-Risiko-Profil in einem Sektor, den vor zwei Jahren noch niemand so auf dem Zettel hatte.

Beste Grüße, Flo ✌🏻

Avatar von Matteo

Moin! Da stimmen wir dir zu und das ist aktuell auch genau die Debatte innerhalb vieler dieser Unternehmen: Geht man in Richtung Colocation oder baut man eine eigene Cloud auf? Im Moment entscheiden sich viele noch für das vermeintlich sicherere Colocation-Modell.

Wir glauben, dass beide Wege am Ende gute Renditen liefern können. Durch die aktuelle Knappheit an HPC-Rechenzentren könnten Unternehmen, die heute langfristige Colocation-Verträge abschließen, aber auch einen Teil der zukünftigen Upside liegen lassen, wenn sich die Cloud-Margen langfristig als attraktiver herausstellen.

Zu deinem Punkt mit der Kapitalfalle: Hier hatte IREN gerade im neuesten Update veröffentlicht, dass bei den jüngsten Verträgen die Kunden 45 % der GPU-Investitionen im Voraus bezahlen. Aus unserer Sicht verändert das die Kapitalrechnung des Cloud-Modells grundlegend und löst ein Großteil des Finanzierungsproblems.

Und noch ein Punkt zu den GPUs: Die aktuellen Restwerte älterer Chip-Generationen deuten bislang eher darauf hin, dass die wirtschaftliche Nutzungsdauer näher an zehn Jahren als an drei bis vier Jahren liegen könnte. Das muss sich natürlich erst noch bestätigen, wäre für die Kapitalrenditen aber ein wichtiger Unterschied.

Beste Grüße zurück!

Avatar von Flo - Lichtbaumer Kapital

Danke für euere ausführliche Antwort. Und v.a. auch für das richtigstellen mancher Punkte von mir. Das werde ich mir def. zeitnah genauer ansehen! Jungs macht weiter so! Ihr liefert echten Mehrwert. jede Analyse von euch macht Spaß und liefert min. einen "Aha-Effekt"

Avatar von Johannes

Ein wirklich interessanter Artikel! Echt der Wahnsinn, dass man so etwas kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Aber ihr müsst die Leute auch irgendwie dazu bekommen, euer Zertifikat zu kaufen😂. Gibt es da eigentlich ein mindest „Fondsvolumen“, welches ihr in einer vorgegeben Zeit erreichen müsst?

Es sei euch jedenfalls gegönnt. Bei so viel Arbeit. Ich hoffe wirklich, dass euer Projekt erfolgreich wird!!

Als mein Tipp für das mysteriöse Unternehmen gebe ich Applied Digital ab. Eure Beschreibung trifft das schon sehr genau, wie ich finde🫣

Eine Frage aber noch. Ihr schreibt, dass ihr das Zertifikat Management Team lediglich „beratet“. Wie kann man sich das vorstellen? Ihr habt letztendlich nicht die Entscheidungsfreiheit selbst zu bestimmen, was gekauft/verkauft wird? Wenn am Ende das Team von der UBS das letzte Wort hat, könnt ihr doch so viel beraten, wie ihr wollt. Wenn denen eure Einschätzung nicht passt, machen die ihr eigenes Ding. Ich hoffe natürlich, dass sich hier beide Parteien immer einig werden. Aber trotzdem interessiert mich das 🤔

Tut mir leid, wenn meine Fragen zu negativ/kritisch klingen. Aber das Thema macht mich eben neugierig. Unter eurem letzten Beitrag konnten meine Fragen aber alle sehr sorgfältig beantwortet werden. Vielen Dank nochmal!

Avatar von Matteo

Moin Johannes,

vielen Dank dir für die netten Worte. Das freut uns wirklich! Genau das ist unser Ziel mit dem Kanal: Keine klassischen Deep Dives, sondern Research zu veröffentlichen, das wir selbst gerne lesen würden und unabhängig davon, ob jemand unser Produkt kauft oder nicht.

Zu deiner ersten Frage: Nein, es gibt kein Mindestvolumen, das wir innerhalb einer bestimmten Zeit erreichen müssen. In der Hinsicht gibt es also keinen Druck.

Applied Digital ist es übrigens nicht ;) Unsere geheime Position ist bzgl. der Marktkapitalisierung noch einmal deutlich kleiner.

Zur Rolle gegenüber der UBS: Das ist eine gute Frage. Formal liegt die finale Anlageentscheidung nicht bei uns. In der Praxis wurden bislang allerdings alle unsere Investmentvorschläge umgesetzt und wir sehen aktuell keinen Grund, warum sich daran etwas ändern sollte. Die Rollenverteilung ist vor allem regulatorisch bedingt.

Und keine Sorge, wir freuen uns über solche Fragen. Dafür ist der Kommentarbereich schließlich da :) VG Matteo

Avatar von Johannes
Aug 6Bearbeitet

Vielen Dank für die (wieder einmal) sehr ausführliche Antwort!

Die Fragen bezüglich der Machtverhältnisse bei der UBS haben sich jetzt geklärt. Ich wünsche euch dort für die Zukunft einen reibungslosen Ablauf.

In den letzten Tagen hat sich eine weitere Frage aufgetan.🫣

Und zwar die Frage nach dem expiration date des Kreidler One Zertifikats. Was passiert nach den jetzt noch 2.470 Tagen bis zur Fälligkeit? In dem Aufsatz „Das Infrastruktur-Jahrzehnt“ welchen ihr veröffentlich habt, unterteilt ihr den Ablauf in drei Wellen. Ist die 2. Welle für euch nach diesen 2.470 Tagen oder ~6,7 Jahren abgeschlossen? Knapp 7 Jahre sind natürlich eine lange Zeit aber an der Börse könnte man argumentieren, dass ein langfristiger Anlagehorizont erst ab 10+ Jahren beginnt. Eure These der Infrastruktur Welle müsste sich also in den nächsten 7 Jahren ausspielen. Dass ihr richtig liegt mit dem „Was“ mag ich gar nicht bezweifeln. Aber die Frage nach dem „Wann“ ist mindestens genau so entscheidend. Wir würdet ihr also damit umgehen, wenn sich das ganze Szenario plötzlich um 1-2 Jahre nach hinten verschiebt? Da ihr nicht unendlich viel Zeit habt, würde das euren Zeitplan doch drastisch verkürzen oder nicht?

Wenn die geheime Aktie nicht APLD ist, setze ich auf HIVE. Aber ich lasse mich mal überraschen☺️

Edit: Ich habe mir gerade mal das Basisinformationsblatt angesehen und da steht, dass der Emittent den Zeitraum um weitere 7 Jahre verlängern kann. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil…🫣 Dann erübrigt sich meine Frage, zumindest zum Teil.

Avatar von Matteo

Wir gehen aktuell davon aus, dass das Zertifikat über 2033 hinaus verlängert wird. Bruno und ich investieren ja selbst den Großteil unseres liquiden Vermögens über KREIDLER ONE und haben entsprechend kein Interesse daran, das Portfolio 2033 zu liquidieren. Hoffe das hilft und ja es war HIVE :) VG